Der Spreewald -Die schönste Gegend Deutschlands

Und dass dem Netze dieser Spreekanäle

Nichts von dem Zauber von Venedig fehle,

Durchfurcht das endlos wirre Flussrevier

In seinem Boot der Spreewalds-Gondolier. 

 

                                                                 Theodor Fontane

Heutransport-Spreewaldgurken-Fischkasten- Schlangenköpfe-Storch-Wehr-Spreewaldhaus-Heuschober-Spreewaldbrücke bei Überschwemmung-Viehtransport
Heutransport-Spreewaldgurken-Fischkasten- Schlangenköpfe-Storch-Wehr-Spreewaldhaus-Heuschober-Spreewaldbrücke bei Überschwemmung-Viehtransport

Der Spreewald befindet sich ca. 100 km südöstlich von Berlin, untergliedert sich in Unter-und Oberspreewald und umfasst eine Größe von ca. 75 km Länge und 15 km Breite.

 

Der Spreewald ist eine Landschaft, die man gesehen haben muss. Wenn man jenseits der Touristenströme unterwegs war, wird man die Natur nie wieder in seinem Leben vergessen.

 

Der Autor von www.spreenemo.de verlebte seine ersten 9 Lebensjahre(1951-1960) in Cottbus am Branitzer Park. Danach folgten 4 Jahre in der Spreewaldstadt Lübben und 6 Jahre in der Spreewaldstadt Lübbenau. In diesen Jahren und danach entwickelte sich eine tiefe Liebe zum Spreewald und zur Natur. Die Liebe wird jährlich durch mehrere Besuche aufgefrischt.

In Lübben machte es uns Kindern größte Freude in den Spreewaldbooten an der Liebesinsel zu schaukeln. Im Winter konnten wir dann mit Schlittschuhen über die ausgedehnten, überschwemmten und zugefrorenen Wiesen laufen. Einige „Eingeborene“ hatten die typischen Spreewaldschlittschuhe mit Holz, die bestens zum Laufen über zugefrorene Wiesenflächen, auf denen oben das Gras noch rausschaute, geeignet waren. Hochwasser, das bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts den Spreewald meist zweimal im Jahr heimsuchte, ist seit der Fertigstellung des Nordumfluters in den 70er-Jahren nur noch eine Ausnahmeerscheinung. Das letzte große Hochwasser gab es Anfang der 80er-Jahre.

 

Die Schule in Lübben-Steinkirchen war ein Ort, an dem ich häufig (damals war das üblich) "nachsitzen" musste. Im Steinkirchener Hof trat unser Schulchor bei Elternversammlungen auf.

 

Spreenemos älterer Bruder Klaus, heute ein alter Schwede, der in Vaggeryd wohnt, ist noch Anfang der 1960er Jahre im Winter mit Studentenfreunden öfter von Lübben über das Eis ins Gasthaus Bukoitza gelaufen.  Es war ein beliebtes Ausflugsziel an Wochenenden und liegt zwischen Lübben und Altzauche am Eichkanal. Der damalige Wirt freute sich über den Besuch, den Austausch von Neuigkeiten und das jugendliche Leben. Mehrmals gab er eine Runde Kirschlikör 

aus. Da es zeitig dunkel wurde, gestalteten sich die Rückfahrten auf Schlittschuhen oft etwas abenteuerlich. Man musste beim Passieren der Spree aufpassen. In einer schmalen Fließrinne gab es meisten nur schaumiges, dünnes Eis. Klaus ist einmal nur durch die hohe Geschwindigkeit darüber mehr gefallen als gelaufen und so einem Unglück entgangen. Bukoitza war auch ein Wanderziel von Spreenemos Schulklasse. Heute ist es leider verwaist.
 
In Lübbenau war es dann unser Faltboot, mit dem wir den Spreewald erkundeten. Lübben, Lübbenau, Burg, Lehde, Wotschofska, Dubkow Mühle, Burglehn, Steinkirchen, das Gasthaus Bukoitza usw., da fühlten wir uns wohl. Manchmal brachten wir das Boot durch Übermut zum Kentern und machten Bekanntschaft mit den vielen Brennnesseln am Uferrand. Mücken, die im Überfluss vorhanden waren, machten uns das Leben schwer. Die Wiesen und Felder im Spreewald wurden intensiv bewirtschaftet. Viele mit Heu beladene Spreewaldkähne konnte man sehen und die für den Spreewald typischen Heuschober, die nicht nur zur Freude der Touristen bewirtschaftet wurden. Die Kraftwerke in Lübbenau und Vetschau brachten Arbeit, aber auch die Erwärmung des Spreewassers und mehrere Fischsterben mit sich. Die Hauptspree fror im Winter nicht mehr zu. Kohlegruben veränderten Landschaft und den Wasserhaushalt im Spreewaldgebiet. Lübbenaus Altstadt und die Neustadt(entstanden um 1960) wurden durch die Bahnlinie Berlin-Cottbus getrennt. An den Bahnschranken gab es oft Wartezeiten von mehr als 10 Minuten.

Moderne Bilderstürmerei erlebte ich in Lübbenau. Dort wurde der sogenannte Grafenfriedhof erst demoliert und dann (teilweise?)abgerissen.

Die magische Anziehungskraft hat der Spreewald aber nie verloren. Ströme von Erholungssuchenden fanden Entspannung beim Bootfahren(Paddelboot oder Spreewaldkahn), Radfahren oder Wandern.

Das Gastronomieangebot war in der DDR(Deutsche Demokratische Republik) ja etwas unterentwickelt. Da es in Lübben eine Badeanstalt gab und Lübbenau erst spät den Boblitzer Badesee bekam, fuhren wir Kinder häufig mit dem Fahrrad von Lübbenau nach Lübben zum Baden. Unterwegs kehrten wir in Bullans Gaststätte in Krimnitz ein und gönnten uns jeder ein Glas Fassbrause für 13 Pfennige. Wir saßen wie die Könige im Gastraum und genossen das Getränk.

Später bauten wir uns ein Floss. Das war aber für die engen Fließe und Kanäle wenig geeignet.
Wir angelten an den Wehren der Flussläufe und bedienten nebenbei Schleusen. Da kam mancher Groschen, von den geschleusten Spreewaldbesuchern zusammen.

Viel später habe ich erfahren, wie mühselig es war den Spreewald urbar zu machen. Fließe wurden in Handarbeit vertieft und befestigt und Kanäle in Handarbeit gebaut. Was für ein Enthusiasmus, den Generationen vor uns an den Tag legten! Wege wurden mühsam auf Pfählen angelegt. Trotzdem waren viele Gebiete und Behausungen nur mit dem Boot erreichbar.

Die einmalig schöne Landschaft ist heute zum Magneten für unzählige Besucher geworden. Sie können Trubel und Aktion erleben.

Kenner des Spreewaldes finden aber auch Ruhe und Abgeschiedenheit in verwunschen anmutenden Ecken (einige davon werden Ihnen hier vorstellen).

 

Viele Radwege und Unterkünfte wurden gebaut. Bootsverleihe schossen wie Pilze aus der Erde. In Burg entstand eine Therme, die auch im Winter sehr gut besucht wird. Viele Spreewaldhöfe entwickelten sich zu Schmuckstücken. Die typische Spreewaldarchitektur blieb meist erhalten. In Lübbenau kehrten die Nachfahren des Grafen zu Lünar, der zu den aufrechten Verschwörern 1944 gehörte und von den Nazis ermordet wurde, zurück und übernahmen Schloss und angrenzende Gebäude meist im heruntergekommenen bzw. ruinenhaften Bauzustand. Die geleistete Aufbauarbeit kann man heute bewundern. Die Stilllegung der Kraftwerke in Lübbenau und Vetschau und der sie versorgenden Braunkohlengruben war schmerzlich für die dort Beschäftigten, tat der Tier- und Pflanzenwelt des Spreewaldes aber außerordentlich gut.

Insbesondere in Burg und Lübbenau muss Acht darauf gegeben werden, dass der Besucherstrom den Spreewald nicht erdrückt.

Wanderer/Besucher kommst du in den Spreewald, sei nett zur Natur und trage dazu bei, dass sie erhalten bleibt. Der Spreewald ist es wert, dass wir sorgsam mit ihm umgehen.

Im Folgenden werden ich Ihnen Spreewaldtypisches vorstellen. Dazu gehören meine Top 10 des Spreewaldes; Dinge - die man machen oder Orte - die man unbedingt aufsuchen sollte. Spreewaldutensilien sind Dinge, die den Spreewald charakterisieren .Wichtig sind mir aber auch die Fotos aus der Vergangenheit und von heute.

 

 

Spreewaldfotos von 1932 und davor; Das Leben war hart. Gefeiert wurde, wenn es etwas zu feiern gab.
Spreewaldfotos von 1932 und davor
Spreewald um 1932 - Freiwilliger Arbeitsdienst in Burg-Colonie; Handarbeit
Spreewald um 1932 - Freiwilliger Arbeitsdienst in Burg-Colonie
Spreewald um 1964; Landwirtschaft und Tourismus existierten gleichberechtigt nebeneinander.
Der Spreewald war in der DDR Ausflugsmagnet
Spreewald um 2015; Spreewaldcollage
Spreewald um 2015
5 Spreewaldcollagen zum Download als pdf-Datei
Spreewald
Spreewald um 1932
Spreewald 1932 - Freiwilliger Arbeitseinsatz in Burg-Colonie
Spreewald um 1964
Spreewald um 2015
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Kontakt

spreenemo@gmail.com

Tel.: 030 5646202

Spruch des Monats (09/2017)

 

”Bevor du vermutest, lerne die Fakten. Bevor du verurteilst, verstehe warum. Bevor du jemandem weh tust, fühle. Bevor du sprichst, überlege.“

 

Bild des Monats (09/2017)

Eine alte, schöne Stadt, deren Erhalt sich lohnt
Zittau um 1569 und im 18 Jahrhundert

Zittau ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Görlitz. Sie liegt im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien und hat ca. 25 000 Einwohner.

Die früheste schriftliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr 1238, als in einem Dokument erstmals die Burgherren von Sitavia auftauchten.