Die Ingenieurhochschule Zittau (IHZ)

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damals und heute
Die Ingenieurhochschule Zittau (IHZ) Collage

Studium in Zittau von 1970 bis 1974 - Kleine Reminiszenz

Von Bernd Schmidt

Stand: 16.02.2020

 

Mit der Ingenieurhochschule Zittau verbinden mich zwiespältige, meist positive Erinnerungen. In jungen Jahren durfte ich die Welt erstmals losgelöst vom Elternhaus kennenlernen. Altgediente, relativ unabhängig agierende Professoren mit einer eigenen Meinung und junge aufstrebende Professoren mit einer besonderen Bindung an die SED und den Staat DDR ergaben ein interessantes Gemisch im Lehrkörper an der Ingenieurhochschule Zittau.

 

Wir wurden in einer Seminargruppe zusammengefasst. Das war ein Gefüge, das während des gesamten Studiums in Zittau zusammenwuchs. Gegenseitige Hilfe war ebenso angesagt, wie gemeinsame Freizeitgestaltung.  Ganz wenige Studenten waren damals mobil. So blieb man, abgesehen von den Heimfahrten mit dem Zug, an Wochenenden meist in Zittau und verbrachte die Zeit mit Lernen und Leben, oft im Seminargruppenrahmen. In meiner Seminargruppe erst EBD1b zum Schluss EBD7b (nach 3 1/2 Jahren) studierten 21 deutsche und 5 vietnamesische Kommilitonen, ausschließlich Männer. Unsere vietnamesischen Freunde hießen Phong, Dong, Hanh, San und Tung.

(In der damaligen Zeit wüteten die USA in Vietnam. Im Krieg kamen ca. 3 Millionen Menschen um. In der DDR wurde eine starke Solidarität mit dem vietnamesischen Volk sehr gefördert.)

 

Die Lernbarkeit von bestimmten Themen hing ganz wesentlich von dem Einfühlungsvermögen der Dozenten ab. Es so zu erklären, dass es jeder versteht, ist nicht so leicht und braucht vor allem Praxiserfahrung. Schon Albert Einstein sagte: "Wenn du es nicht einfach erklären kannst, hast du es nicht gut genug verstanden.“ Die Umgestaltung von der Fachschule zur Hochschule war damals in Zittau in vollem Gange.

 

Die Freizeitobjekte, die häufig besucht wurden, hießen Volkshaus, Sonnen-Cafè, Stadtkrug, Stadt Rumburg, Zur Mandau, Zur Lokomotive, Klosterstübel, Klingelcafè und später der Studentenkeller im D-Block.

 

Wir wohnten und studierten in der Regel in Mehrbettzimmern. 3 Personen in einem Zimmer waren durchaus üblich. Zu sechst wohnten wir zwei Jahre in einem Zimmer in dem Hotel Stadt Rumburg. Heute blicken wir oft lustig auf die damaligen Wohnverhältnisse zurück. Aber 6 Personen in einem kleinen Zimmer, das war eine erhebliche Herausforderung. Normalerweise wohnten damals Studenten 1 Jahr so extrem beengt. Wir hatten Pech mit dem damaligen Verantwortlichen für Wohnangelegenheiten der Hochschule. Er bemängelte zu lange Haare und einen Vollbart (westlicher Einfluss wurde vermutet) und so ging unsere Petition zur Veränderung unserer Wohnsituation nach einem Jahr ins Leere. Im dritten Studienjahr wohnte ich dann mit einem Kommilitonen in einem 2 Bettzimmer.

 

Bekanntschaften wurden häufig geknüpft. Manche davon hielten bis heute.

 

Später arbeiteten wir in der DDR verstreut, meist in der Energiewirtschaft. Einige blieben in Zittau und wurden selbst Dozenten. Von unseren vietnamesischen Freunden haben wir nie wieder etwas gehört. Nachforschungen über Botschaft usw. ergaben keine Ergebnisse und so können wir nur hoffen, dass es ihnen und ihren Familien heute gut geht.

 

Nach 1990 erweiterte sich unser Einsatzgebiet auf die gesamte Bundesrepublik.

 

Der Zusammenhalt der Seminargruppe ist bis heute geblieben. Jährlich treffen sich unsere Familien, meist am Schwielochsee. Rückblicke sind dabei genauso interessant, wie der Blick auf die Gegenwart und auf die Zukunft.

 

[Seminargruppe (Definition)

 

Studierende eines Matrikel (Immatrikulationsjahrgang) im gleichen Studiengang werden in eine oder mehrere Seminargruppen eingeteilt. Dies dient der besseren Organisation und insbesondere der Optimierung von Planungsprozessen. Jeder Student ist einer Seminargruppe zugeordnet. Die Seminargruppe kann sich im Laufe des Studiums ändern.]

 

 

 

Studium in Zittau von 1970-1974 - kleine Reminiszenz
Ingenieurhochschule Zittau, Seminargruppe, wohnen und studieren
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Kontakt

spreenemo@gmail.com

 

Spruch des Monats (06/2020)

"Ein Spaziergang am frühen Morgen ist ein Segen für den ganzen Tag." 

 © Henry David Thoreau

(*1817 – †1862), US-amer. Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker

Bild des Monats (06/2020)

Schloß Lübbenau im Spreewald
Schloß Lübbenau im Spreewald

Das Schloss Lübbenau (1817–1839) ist ein klassizistisches Bauwerk in Lübbenau/Spreewald im Spreewald. 

 

An der Stelle des heutigen Bauwerks befand sich eine mittelalterliche Wasserburg. Etwa um 1600 erfolgte dann ein Umbau zum Schloss im Stil der Renaissance. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Anlage im Wesentlichen in den Jahren 1817 bis 1820 von Carl August Benjamin Siegel. Die beiden Türme an der Rückfront des Schlosses wurden aber erst 1839 von Homann angebaut. Die umgebende neun Hektar große Parkanlage im englischen Landschaftsstil entstand ab 1820. Die Pläne gehen auf Peter Joseph Lenné zurück.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_L%C3%BCbbenau

Musik-Link des Monats (06/2020)

https://youtu.be/zqHdzatTBhA

Mark Knopfler - The Long Road